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LF Einzelunternehmen (EPU)

Die Gemeinwohl-Matrix ist universell für alle Unternehmen einsetzbar, egal aus welcher Branche sie kommen, aus welchem Land oder wie groß sie sind.

Bei der konkreten Anwendung und Berechnung der Punkte werden jedoch branchen-spezifische Hintergründe, regionale Herkunft und Unternehmensgröße berücksichtigt. Diese werden im Handbuch beschrieben und sollen zukünftig noch weiter präzisiert werden.

Für EPU fallen einige Indikatoren bzw. Subindikatoren weg. Durch den Wegfall der Indikatoren C4, C5 und E4  bei EPU - die insgesamt 210 Punkte ausmachen - wird das Gesamtergebnis aus den übrigen Indikatoren so hochgerechnet, dass die maximale Gesamtpunktzahl weiterhin 1000 Punkte beträgt.

Fallen Subindikatoren weg, so müssen die Gewichtungen der übrigen Subindikatoren so angepasst werden, dass die Gesamtpunktezahl für den Indikator unverändert bleibt.

Im Allgemeinen ist bei EPU die Abgrenzung von unternehmerischem Handeln und Privatleben nicht immer einfach zu treffen. Es sollte aber versucht werden, nur jene Aspekte im Bericht zu erwähnen, die einen klaren Bezug zur Tätigkeit des Unternehmens haben. 

Bei den einzelnen Indikatoren sollten für EPU die folgenden Spezifika beachtet werden.

A1 Ethisches Beschaffungsmanagement

Mit zunehmender Größe des Unternehmens steigt der Anspruch an die Form des Managements, d.h. bei EPU werden keine standardisierten Prozesse erwartet. Der Fokus sollte (bei Dienstleistern) vor allem auf die Themen Energie, Raumnutzung und Mobilität gelegt werden, dazu kommen typischerweise Anschaffungen im Bereich IT und zugekaufte Dienstleistungen.

B1 Ethisches Finanzmanagement

EPU-Dienstleister verfügen oftmals über eine hohe Eigenkapitalquote, diese wird beim Subindikator Finanzierung positiv bewertet.

C1 Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung

Für EPU fällt der Subindikator „Gleichstellung und Diversität“ weg. Maßnahmen zur Erhaltung der Work-Life Balance werden besonders wichtig, da EPU erfahrungsgemäß stark zur Selbstausbeutung tendieren.

Mitarbeiterorientierte Organisationskultur und –strukturen gibt es klarerweise nicht, aber dennoch sollten diese Prinzipien im Umgang mit dem näheren Unternehmensumfeld (Netzwerk, Partner) gepflegt werden.

C2 Gerechte Verteilung der Erwerbsarbeit

Der Subindikator „Senkung der Normalarbeitszeit“ bezieht sich hier ausschließlich auf die Wochenarbeitszeit (inkl. Überstunden) des Selbstständigen. Er/Sie ist vorbildlich, wenn seine/ihre durchschnittliche Arbeitszeit um 10% niedriger ist als die Branchenarbeitszeit oder maximal 38,5 Stunden beträgt. Besonderes Augenmerk sollte hier auf die Erfassung der Arbeitszeit/Überstunden gelegt werden. Bei Arbeiten darüber hinaus sollten Mitarbeiter eingestellt oder Aufträge an Kollegen weitergereicht werden. Der Subindikator bietet für EinzelunternehmerInnen zudem einen guten Zugang, ob Selbstausbeutung (Burn-Out Gefahr) vorliegt.

Der Subindikator „Erhöhung des Anteils der Teilzeit-Arbeitsmodelle“ trifft nicht zu. Die Bewertung wird den beiden anderen Kriterien hinzugefügt.

Der Subindikator „Bewusster Umgang mit (Lebens-) Arbeitszeit“ trifft in Anlehnung an das Selbstverständnis des Selbstständigen zu.

C3 Förderung ökologischen Verhaltens der MitarbeiterInnen

Dieser Indikator trifft auch für EPU zu – hier geht es dann um die Maßnahmen für den/die EigentümerIn.

Der Subindikator „Organisationskultur, Awareness und unternehmensinterne Prozesse“ betrifft bei EPU ausschließlich das Verhalten der/s Unternehmerin/s selbst, und dabei vor allem die Auseinandersetzung mit ökologischen Themen.

C4 Gerechte EinkommensVERTEILUNG

Trifft für EPU nicht zu.

C5 Innerbetriebliche DEMOKRATIE UND Transparenz

Trifft für EPU nicht zu

D1 Ethisches Verkaufen

Der Subindikator „Service-Management“ betrachtet bei EPU den Umgang mit Beschwerden und Reklamationen im Allgemeinen, auch wenn hier im Normalfall natürlich keine definierten Unternehmensprozesse vorhanden sein werden.

D2 Solidarität mit Mitunternehmen

Die „Weitergabe von Arbeitskräften“ kann bei EPU wieder nur den/die UnternehmerIn selbst betreffen.

D3 Ökologische Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen

Keine Besonderheiten bei der Bewertung von EPU.

D4 Soziale Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen

Keine Besonderheiten bei der Bewertung von EPU.

D5 Erhöhung der sozialen und ökologischen Branchen-standards

Mit zunehmender Unternehmensgröße und zunehmendem -einfluss gewinnt der aktive Beitrag zur Erhöhung legislativer Standards bzw. der Einsatz für branchenweit höhere Standards über die Branchenvertretung an Gewichtung. Vice versa, je kleiner das Unternehmen bzw. je geringer die Marktmacht ausgeprägt ist, desto geringer ist die Bedeutung der positiven Beeinflussung legislativer Aspekte (insbesondere für EPU und KMU sind die Einflussmöglichkeiten sehr eingeschränkt möglich).

E1 Sinn und gesellschaftliche Wirkung der Produkte/ Dienstleistungen

Keine Besonderheiten bei der Bewertung von EPU.

E2 Beitrag zum Gemeinwesen

Bei EPU wird der Beitrag zum Gemeinwesen in den meisten Fällen hauptsächlich durch persönliche Arbeitsleistungen erbracht werden. Daher kann hier auch statt des tatsächlichen Geldwerts der Leistungen auch die Leistung in Relation zur sonstigen Arbeitszeit zur Bewertung herangezogen werden. Dabei sollte auch berücksichtigt werden, ob es durch diese Leistung zu einem Verdienstentgang kommt.

E3 Reduktion ökologischer Auswirkungen

Größere Unternehmen haben im Allgemeinen eine höhere Umweltwirkung, daher sind bei EPU die Anforderungen an Management und etablierte Prozesse weniger stark zu gewichten.

E4 Minimierung der Gewinnausschüttung an Externe

Trifft bis auf seltene Ausnahmefälle für EPU nicht zu. Bitte nur bewerten, falls externe Beteiligungen vorliegen.

E5  Gesellschaftliche Transparenz und Mitbestimmung

Für EPU kann ein umfassend ausgefüllter Gemeinwohl-Bericht bis zu 100% des Transparenz-Anteiles ausmachen.

Für EPU kommt der Aspekt der Mitbestimmung kaum in Betracht, weil die Auswirkungen der Tätigkeit von EPU auf die Umgebung in den meisten Fällen sehr gering sind. Je kleiner ein Unternehmen, desto unwesentlicher ist der Aspekt der gesellschaftlichen Mitbestimmung.