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LF Gemeinde (Entwurf)

Dieser Leitfaden ist ein erster Diskussionsvorschlag von Günther Reifer und Christian Rüther und gehört noch ausgiebig diskutiert und überarbeitet.

Kommentare und Rückmeldungen höchst willkommen, insbesondere wie wir mit E2 umgehen

Die Gemeinden werden hier wie Unternehmen/ Organisationen betrachtet. Das ist durchaus problematisch, weil die Übergänge zwischen unterschiedlich großen Gebietskörperschaften wie Gemeinden, Städte, Bundesländer und Nationen fließend sind und die Systemgrenze immer auch erweitert werden kann auf alle Menschen/ Organisationen, die ihren Sitz in der jeweiligen Gebietskörperschaft haben. Zudem gibt es schon sehr Wissen und alternative Gemeinwohl-Konzepte wie z.B. STOA Footprinting, der NEF-Methode zum Wohlbefin-den (National Accounts of Well-Being) und z.B. das Bruttosozialglück des Königreichs Buthan. Auch ein mögliches Gemeinwohl-Produkt kann hier die Nationenebene abdecken und braucht sicherlich andere Messinstrumente als die GWÖ-Matrix für Organisationen.

Wir befinden uns in einer Experimentierphase und dieser Leitfaden wird sich an die Praxis anpassen. Einige Gemeinden wollen einen GWÖ-Bericht auf dieser Basis erstellen und wir arbeiten die Rückmeldungen in diesen Leitfaden ein. Auch ein Audit sollte für diese Gemeinden druchgeführt werden, um auch da für das gemeinsame Lernen zu verwerten.


Systemanalyse Gemeinde:

Prinzipiell ist die Systemgrenze alle Ämter, Behörden, Betriebe, die im Eigentum einer Gemeinde/ Gebietskörperschaft sind.  

  • Wer und was gehört zur Gemeinde?
  • (Gibt es eine allgemeine Liste, was normalerweise zu einer Gemeinde gehört?)
  • Welche Subunternehmen gehören der Gemeinde?
  • Wer sind die Mitarbeiter? (Beamte, Angestellte, Ehrenamtlich, Politiker)
  • Welche Produkte und Dienstleistungen werden in dein einzelnen Organisationseinheiten/ Sub-Unternehmen angeboten?
  • Wer sind die jeweiligen Kunden? (Bürger, Bewohner, Touristen…)
  • Handelt es sich um Monopolprodukte oder gibt es Mitbewerber vor Ort oder vergleichbare Organisationen in der Region (andere Gemeinden sind Mitbewerber normalerweise ohne Überschneidungen – D2)
  • Wie relevant sind die einzelnen Produkte/ DL insgesamt (anhand eingesetzter Mitarbeiter/ Anzahl der Kunden – Begünstigten/ Umsatz)

Zur Berichterstellung konkret

  • Welchen Zeitraum – das genau Bilanzjahr
  • Wer ist verantwortlich für die Erstellung des GWÖ-Berichtes?
  • Welche Leute werden befragt/ arbeiten zu?

Indikatorenebene:

Folgende Indikatoren können 1:1 übernommen werden. 
Sie sind unproblematisch für Gemeinden, können jedoch weitaus präziser formuliert werden:

A1, B1, C1, C2, C3, C4, D5, E5

Insbesondere für D3, D4, E1 und E3 ist die Klärung was wir als "Gemeinde" verstehen notwendig, bevor eine Resümee über die Anwendbarkeit gezoben werden kann.

Für die anderen Indikatoren gibt es einige Besonderheiten, auf die wir jetzt eingehen:

 

C5

Gewinnbeteiligung fällt weg

Eigentum fällt bei juristischen des öffentlichen Rechts weg, bei ausgegliederten Unternehmen/Organisation passt es

Prinzipiell: Die Gemeinde gehört den Bürgern – vgl. Mitwirkung/ Mitbestimmung der Bürger bei D1 oder E5

 

D1

Übersetzung/ Adaptierung auf Gemeinde notwendig

Andere Definition von „Verkauf“ als Information + Bereitstellung von Dienstleistungen zu einem Preis/ einer Gebühr

Unterscheidung nach Dienstleistungen, die als Monopolist angeboten werden (es gibt da keine Konkurrenz) und Dienstleistungen, die am „Markt“ angeboten werden, für die es Konkurrenz gibt.

Für „Monopolprodukte“ passen nur folgende Kriterien:

  • Umfang Kundenmitbestimmung
  • Produkttransparenz
  • Reklamationswesen

Für „Konkurrenzprodukte“ passen alle Kriterien

 

D2

Bei Monopolprodukten sind die Mitunternehmen die anderen Gemeinden, sonst sind die Marktteilnehmer die Mitunternehmer

 (@CR: Warum sind Gemeinden Monopolprodukte - bei einigen ihrer Dienstleistungen trifft es zu, bei anderen - z.B.: Gemeinde als Wirtschaftsstandort - trifft dies nicht zu)

 

E2

Ist schwierig zu bewerten, weil die Gemeinde selbst ein wesentlicher Teil der Gemeinwesens ist und nur begrenzt einen freien Gestaltungsspielraum für Tätigkeiten jenseits des eigenen Aufgabenbereichs hat. Dennoch könnte hier jedes Engagement bewertet werden, dass auf eine höheren Ebene stattfindet und dort Defizite ausgleich, z.B. auf Landes-/Bundesebene oder :

  • Welchen Beitrag leistet die Gemeinde für den Staat? Durch welche Maßnahmen der Gemeinde werden soziale Defizite (außerhalb des eigenen Verantwortungsbereiches) ausgeglichen oder Fähigkeiten des übergeordneten Gemeinwesens gestärkt?
  • Welches ehrenamtliche Engagement über unseren Tätigkeitsbereich hinaus leisten wir?

Ggf. kann der Indikator auch als “nicht zutreffend” bewertet werden. Das werden ersten GWÖ-Berichte von Gemeinden zeigen

(Kommentar CL: Hierbei könnten die Solidarität mit anderen Gemeinden (auch international - u.a. Entwicklungszusammenarbeit) verstanden werden (dies würde jedoch auch aus meiner Sicht unter D2 fallen).

 

E3

ein erster, grober CO²-Rechner für Gemeinden vom Klimabündnis: http://co2rechner.klimabuendnis.at/Intro.aspx

 

E4

Übersetzung in „Umgang mit Überschüssen/ Gewinnen“

Unterscheidung ob es sich um die Verwaltungsaufgaben der Gemeinde handelt oder um ausgelagerte Unternehmen.

Bei ausgelagerten Unternehmen kann der Indikator 1:1 übernommen werden.
Bei beiden ist die Frage, was mit dem Haushaltsüberschuß oder dem Gewinn passiert?

 

allgemeine Kommentare (Christian L.) (tw. integriert in den Leitfaden)

  • Sinnhaftigkeit der Anwendung auf Gemeinden: Matrix kann vielleicht in gewissen Punkten übernommen und uminterpretiert werden, aber ist die Zusammensetzung an Indikatoren für einer Körperschaft überhaupt sinnvoll? Würde man hinsichtlich der wesentlichen Zielgruppe "BürgerIn" nicht ganz andere Indikatoren hervorheben? Auch von der Struktur her - was ist der Unterschied zwischen KundInnen und gesellschaftlichem Umfeld? Auch Negativkriterien müssten adaptiert werden.
  • Systemgrenze / Konsolidierungskreis: Handelt es sich um die Gemeinde mit all ihren Ämtern, Behördern, Betrieben, etc. oder die Gemeinde als Summe ihrer Bürger und Organisation (inkl. Unternehmen) oder beides? Im besten Fall letzteres. Simples Beispiel anhand von E3: geht es um die CO² Emissionen die in der Gemeinde entstehen oder um die Emissionen die durch die Aktivitäten der Ämter/Behörden/etc. entstehen (vermutl. < 20%? von ersterem)? -> fürs erste denke ich wäre nur die enge Sichtweise "Gemeinde = Ämter, Behördern, Gemeinde-Betrieben" umsetzbar. Dies muss jedoch klar kommuniziert werden, da viele Aspekte des Gemeinwohls ausgeklammert / marginalisiert werden würden.
  • Vergleichbarkeit: Im Vergleich zu Unternehmen ist auf Ebene der Gemeinden eine tendenziell weitaus höhere Vergleichbareit trotz aller Unterschiede -(z.B.: urbaner versus ländlicher Raum, Aufteilung nach Wirtschaftssektoren, Klima, Resourcen, Bevölkerungsdichte) gegeben. Weiters ist die Verfügbarkeit statistischer Vergleichswerte weitaus höher als im wirtschaftlichen Bereich, dadurch sollte ein Benchmarking . Das heißt auch Ebene von Gemeinde können und sollten in naher Zukunft weitaus spezifischere Indikatoren (inkl. Abstufungen) formuliert werden als in der bestehender Gemeinwohl-Matrix.
  • Zurückgreifen auf Bestehendes: Während die Gemeinwohlmatrix auf der Unternehmensebene bei gewissen Aspekten Neuland betreten hat, ist auf Ebene von Gemeinden / Städten / Ländern bereits sehr viel Wissen (Forschung / Best Practise / Benchmarking / etc.) vorhanden. Es wichtig auf diesem, in den letzten Jahrzehnten entstanden, Wissen aufzubauen. (Methodenübersicht auf ökologischer Ebene:  STOA Footprinting ; NEF-Methode zum Wohlbefinden: National Accounts of Well-Being ; etc.)
  • Vorschlag: Gemeinden sollen sich mit Inhalten auseinandersetzen und Feedback geben was sie darunter verstehen. Maximal einen Bericht schreiben, jedoch keine Bilanz und schon gar kein Audit machen! Was hält ihr davon?